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III.f.8
Carmen Salvatorium
Carmen Salvatorium
Titel: Carmen Salvtatorium : Ad omnes Coelestis Hierusalem Cives, & in memoria[m] diei ipsis dedicati, conscriptum
Autor: Casletanus, Andreas
Verfasserangabe: Andrea Casletano, Authore
Erscheinungsvermerk: Brixinae : Faetius, 1570
Kollationsvermerk: [4] Bl.
Fingerprint: tos, emus tos, s.s, C 1570R
 
Donatus Fetius (auch Faetius, Fäz, Fezzi) stammt aus Termenago im Val di Sole, wird spätestens 1556 zum Priester geweiht und bewirbt sich 1557 in Brixen um das frei gewordene erste Benefizium Sanctorum Apostolorum beim Domkapitel. Ein Jahr später erhält er das Benefizium „zum Hl. Stefan“ und 1570 wird ihm das Kanonikat „zu Unserer Lieben Frauen im Kreuzgang“ verliehen, das er bis zu seinem Lebensende innehat. Er hat wohl in Venedig das Druckerhandwerk erlernt und später selbst in Brixen eine Druckerwerkstatt eröffnet.
Wiederholt „suppliciert“ er an das Kapitel, um finanzielle Unterstützung, damit "er mer Caracteres oder Buechstaben zum druckhen mecht khauffen, Auf daß er dem Stift mit druckhen mecht dienstlich sein". Auch in fürstbischöflichen Hofarchivsprotokollen finden sich öfters Hinweise, dass die Entlohnung für seine Drucke nicht glänzend war und er mit Geldmangel zu kämpfen hatte.
Durch eine Unbesonnenheit im Wirtshaus „zum gulden adler“ (er beleidigte in grober Weise den Weihbischof von Trient und Adam von Arzt, Kanonikus zu Trient und zu Brixen, sowie das ganze Kapitel von Brixen) verscherzt er sich das Wohlwollen des Kapitels, das seinem Sohn bereits ein Stipendium zugesagt hatte. Nachdem er Abbitte geleistet hat, werden seine Dienste in wichtigen Angelegenheiten mehrmals in Anspruch genommen. Im Auftrag des Bischofs unternimmt er 1587 eine Reise nach Konstanz und von dort durch die Schweiz nach Mailand und Rom. Johann Walser ernennt Fetius zu seinem Begleiter und begibt sich gegen Ende des Jahres 1592 nach Venedig, um die bischöfliche Weihe zu empfangen.
Im Sterbebuch der Pfarre Brixen erscheint Donatus Fetius Chorherr zu U. L. F. im Kreuzgang als: „gestorben am 7. Februar 1597“.

Andrä Kasletan, Benfiziat und im Jahre 1574 Chorherr im Kreuzgang zu Brixen starb am 1. November 1592. Er war ein wohltätiger Unterstützer des armen Chorknaben Johann Platzgumer, der an der Brixner Domschule studierte und im Jahre 1641 zum Oberhirten des Brixner Bistums gewählt wurde.
1570 druckte Donatus Faetius sein „Carmen salutatorium“, ein Loblied auf die Bewohner des Himmlischen Jerusalem. Er preist darin die Hl. Gottesmutter Maria, die Engel, Patriarchen und Propheten, Apostel und Märtyrer, Mönche und Eremiten, Kirchenväter, Jungfrauen und alle Heiligen. Gewidmet ist dieses in Versmaß verfasste lateinische Gedicht dem Fürstbischof und Kurienkardinal Ludovico Madruzzo (* 1532 in Trient, † 20. April 1600 in Rom).

Literatur:
Ammann, H. (1909): Ein Beitrag zur Geschichte des Donatus Faetius, Chorherrn zu U.L. Frau im Kreuzgang und ersten Buchdruckers in Brixen, mit zwei bisher unbekannten Drucken desselben. Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg 53, pp. 150-175

Ammann, H. (1910): Neues über Donatus Faetius. Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg 55, pp. 267-282

Benzing, J. (1982): Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen ; 12). 2. Aufl. Wiesbaden, p. 68

Canali, G. (1971): Era forse Donato Fezio di Termenago di nazionalitá tedesca ? ... Studi Trentini di Scienze Storiche 50 (1), 29-63

Egger, A. (1913): Der erste Buchdrucker Brixens. Brixner Fremdenblatt 8, Nr.10

Prospetto editore: Fezzi, Donato: In: http://edit16.iccu.sbn.it/scripts/iccu_ext.dll?fn=13&i=595 (21.09.2006)

Sinnacher, F. (1824): Beyträge zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben und Brixen in Tyrol. Bd.6. Brixen, pp. 101/102

Sinnacher, F. (1831): Beyträge zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben und Brixen in Tyrol. Bd.7. Brixen, pp.576-579

Waldner, Fr. (1892): Donatus Faetius der erste Buchdrucker in Brixen. Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg 36, pp. 559-565

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