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XXIV.H.20
Critik der reinen Vernunft
Critik der reinen Vernunft
Titel: Critik der reinen Vernunft
Autor: Kant, Immanuel
Verfasserangabe: [von Immanuel Kant Professor in Königsberg
Erscheinungsvermerk: Riga : Hartknoch, 1781
Kollationsvermerk: [12] Bl., 856 S.
Fingerprint: z.er n.nd k-lt unDa 1781A
 
Kant, der „Kopernikus der Philosophie“, begründet mit seinem kritischem Gesamtwerk eine neue Metaphysik: Diese ist von drei Fragen geleitet: 1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? Und zusammen beantworten sie eine vierte Frage: Was ist der Mensch? In der "Kritik der reinen Vernunft" (KrV) befasst sich Kant mit der Erkenntnislehre. Die KrV ist eine kritische Untersuchung des Erkenntnisvermögens der Vernunft. Es geht Kant dabei nicht um die Inhalte der Erkenntnis. Die Transzendentalphilosophie Kants verfolgt nicht das Ziel, etwas vom Wesen der Wirklichkeit oder von deren Struktur zu erfassen, sondern ihre Aufgabe besteht darin, über die Beziehung zwischen dem erkennenden Ich und den zu erkennenden Gegenständen zu reflektieren. Der Ausgangspunkt von Kants Philosophie war die Frage gewesen, was das Denken als reine Vernunft eigentlich in Bezug auf die alten metaphysischen Probleme der Philosophie und Theologie leisten kann. Kant untersuchte deshalb die Leistungsfähigkeit der Vernunft prinzipiell. Um den Streit zwischen Rationalisten und Empiristen über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Erkenntnis rein aus der Vernunft zu entscheiden, und um die Entscheidung darüber schließlich nicht willkürlich, sondern „nach nachvollziehbaren Gesetzen“ zu treffen, setzt Kant einen Gerichtshof der Vernunft ein: Dabei mit der Aufgabe betraut, berechtigte Ansprüche zu sichern, grundlose Anmaßungen dagegen abzuweisen, zielt er nicht auf eine Verurteilung der reinen Vernunft. Dem Gericht obliegt vielmehr eine Bestimmung sowohl der Quellen (was macht Erkenntnis möglich, was sind die Bedingungen der Möglichkeit für eine Erkenntnis), als des Umfanges (was kann der Mensch erkennen – Inhalt, Gegenstände). Im Gerichtsprozess übernimmt die Vernunft drei Rollen: Sie ist die Angeklagte, der man vorwirft unberechtigte Erkenntnisansprüche zu erheben (vor allem von Seiten der Empiristen). Sie ist die Verteidigerin, die sich Argumente zugunsten der Vernunftansprüche überlegt (diese liefern z.T. die Rationalisten). Vor allem ist sie die Richterin, die das Urteil fällt, nachdem sie sich selbst in Frage gestellt hat.
Bei dem hier ausgewählten Exemplar handelt es sich um die Erstauflage des Werkes bei Johann Friedrich Hartknoch in Riga im Jahre 1781.

Aus: Ludwig, R. (2004): Die Kritik der reinen Vernunft, Kant für Anfänger, eine Lese-Einführung. München

Literatur:
Sala, G.B. (1993): Kant über die menschliche Vernunft. Die Kritik der reinen Vernunft und die Erkennbarkeit Gottes durch die praktische Vernunft. Weilheim-Bierbronnen

Brauer, A. (1975): Herkunft und Familie des baltischen Verlegers Johann Friedrich Hartknoch (1740-1789). In: Börsenblatt (Frankfurt) 31, A 125 – A 127

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