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Libri antichi

XII.D.12
Eck - Bibel
Eck - Bibel

Eck - Bibel

Titel: Bibel : Alt und new Testament/ nach dem Text in der hailigen Kirchen gebraucht
Person: Eck, Johannes - Emser, Hieronymus
Verfasserangabe: durch Doctor Johan[n] Ecken/ mit fleiß/ auf hochteutsch/ verdolmetscht. [Übers. des Neuen Testaments: Licentiat Emser]
Erscheinungsvermerk: Ingoldstat : Krapff, 1537
Kollationsvermerk: [6], CCLXXXII, CCXVI, CXXIX, [6] Bl. : Ill.
Fingerprint: i-ir ane- ster coka 3 1537R
 
Johannes Eck (1486-1543), deutscher Kontroverstheologe hieß ursprünglich Johann Mayer (oder Maier) und stammte aus Eck (Egg). 1510 erhielt er einen Lehrstuhl für Theologie in Ingolstadt. 1519 forderte Der Anhänger Luthers Karlstadt Eck zu einer öffentlichen Disputation heraus, die im Juni und Juli in Leipzig stattfand, und auch Leipziger Disputation genannt wird. Streitpunkte waren die Stellung des Papstes, der Ablass u.v.m.

Entscheidend blieben für Eck die Kirche als Auslegungsinstanz der Bibel, aber auch sein Einsatz im Dienste des bairischen Kirchenregiments. Diese Position unterstreicht auch die Zusammenfassung eines Briefes von Johannes Eck an Matthäus Kardinal Lang, Erzbischof von Salzburg (vom 30. November 1536).

«Eck ist sich der Gründe bewusst, die von alters her von verständigen Leuten vorgetragen worden sind und die dafür sprechen, die Bibel in die Volkssprachen zu übertragen, wie auch der Gefahren, die damit verbunden sein können. Schon Hieronymus hat davor gewarnt, dass der Laie sich dabei einbilden könne, die Geheimnisse der Schrift auf eigene Faust zu erkunden und zu verstehen. Die Petrusbriefe bezeugen die Schwerverständlichkeit der Paulusbriefe; die Kirchenväter bestätigen die Warnungen; Basilius hat Julian Apostata in dieser Frage zurechtgewiesen. So hat Innozenz III. konsequenterweise die Übersetzung der Bibel in die Volkssprachen in einer Dekretale verboten. Bischof John Fisher von Rochester hat Eck berichtet, dass sogar in England bis vor 25 bis 30 Jahren Bibelübersetzungen ins Englische verboten waren; Bischof Philipp von Freising hat Eck ein Exemplar einer Evangelienübersetzung des Bischofs Waldo von der Hand des Schreibers Sigbert aus dem Jahr 890 geliehen. Eine deutsche Vollbibel, die Älter als 70 Jahre wäre, hat Eck aber nicht vorgefunden. Der Kartäuser Petrus Sutor berichtet, das Parlament in Paris habe französische Bibelübersetzungen verboten. Das wollte Eck vorausschicken, um den Gegnern seiner Bibelübersetzung zuvorzukommen. Heute wird das Wort Gottes wie nie zuvor im Mund geführt, doch aufgrund der vielen schlechten Übersetzungen herrscht Unsicherheit über den kirchlich verbindlichen Grundtext. Auch werden viele hebräische Eigennamen in von der Vulgata abweichender Form geschrieben, was auch zur Verwirrung beiträgt. Auch bei den Juden herrscht keine einheitliche Schreibweise, wie Eck in Rom bei dem deutschen Juden Elia Levita festgestellt hat. So ist der Auftrag zu verstehen, den Eck von seinen bayerischen Landesfürsten erhalten hat, die Bibel wörtlich auf der Linie der Tradition der lateinischen Kirche zu übersetzen, ohne Rücksicht auf das Hebräische, Griechische oder Chaldäische sowie die Einflüsse der Glossa interlinearis und der Postilla des Nicolaus von Lyra und anderer. Auf kurze Randnotizen für den Leser will Eck aber nicht verzichten. Grundlage seiner Übersetzung des AT ist die Complutenser Polyglotte, die er der judaisierenden Antwerpener Bibel meist vorgezogen hat. Aus der Benutzung der Septuaginta erklären sich hier und da verschiedene Schreibweisen des gleichen Wortes. Da der Drucker sich beeilt hat, das Buch bereits zur Frühjahrsbuchmesse in Frankfurt auszuliefern, kann es so schnell erscheinen. Im Bezug auf das NT hat Eck die Übersetzung Emsers bis auf einige erasmische Eigentümlichkeiten, die der kirchlichen Tradition fremd sind, beibehalten. Eck antwortet im Einzelnen, warum er nicht entsprechend die Nürnberger und Augsburger Übersetzungen des AT übernommen habe. Die damaligen Übersetzungen haben das wortwörtliche Übersetzen ins Deutsche bis zur Unverständlichkeit übertrieben. Dazu kommt die damals schlechte Verfassung der lateinischen Bibeltexte. Eck hat sich bemüht, seine Übersetzung ständig von erfahrenen Kanzleischreibern kontrollieren zu lassen, die sich an der Reform der Kanzleisprache des Kanzlers Maximilians I., Nicolas Ziegler, orientierten. Als Adressat seiner Bibelübersetzung kam für Eck nur der Salzburger Bischof und geborene päpstliche Legat Matthäus Lang, lange Jahre die rechte Hand des Kaisers Maximilian I., unter den Kardinälen im höchsten Rang eines Kardinalbischofs, in Frage.»

Aus: Johannes Eck (1486 - 1543) Briefwechsel, hg. von Vinzenz Pfnür, bearb. von Peter Fabisch und Hans Jörg Gerste unter Verwertung von Vorarbeiten von Joseph Greving und Klaus Rischar. Einleitung zum Brief von Johannes Eck an Matthäus Kardinal Lang, Erzbischof von Salzburg (Ingolstadt 30-11-1536), In: http://ivv7srv15.uni-muenster.de/mnkg/pfnuer/Eckbriefe/N321.html (18.01.2006) Literatur: Iserloh, E. (1985): Johannes Eck (1486 - 1543) Scholastiker, Humanist, Kontroverstheologe. (Katholisches Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung ; 41). Münster

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